VW auf den Spuren von Renault?
Bild: Volkswagen
emobility-web, 10.04.2012, pressebox
Nach Konkurrenten wie Daimler und Renault will auch der VW-Konzern möglicherweise seine Elektroautos zum reinen Kaufpreis und mit Leasing-Batterie anbieten, um gleich von Beginn an auf größere Stückzahlen zu kommen. "Wir denken derzeit darüber nach, wie wir den Markteintritt gestalten. Dabei könnte es auch ein Leasingkonzept geben", sagte Dr. Rudolf Krebs, Konzernbeauftragter für Elektro-Traktion des VW-Konzerns, am Dienstag bei der Vorstellung des auto motor und sport-Kongresses am 12. April in der Messe Stuttgart.
"Wir wissen, dass die Batterie das problematischste Bauteil ist und man ein Preisproblem hat", so Krebs. Darauf werde VW reagieren. "Wir werden mit unserem Angebot konkurrenzfähig sein."
Renault bietet derzeit in Deutschland drei reine Elektroautos an, bei denen die Batterie zu Monatsraten von 72 Euro geleast wird. Beim Spaßauto Twizy, das in den nächsten Tagen auf den Markt kommt, beträgt die Leasing-Rate nach Angaben von Renault Deutschlandchef Achim Schaible 50 Euro.
Während Renault das Konzept favorisiert, nicht mehr leistungsfähige Akkus auszutauschen, hält VW an seinem Anspruch fest, dass der Akku auch nach zehn Jahren noch mindestens 80 Prozent seiner Leistung bringen muss. Die ersten reinen Elektroautos von VW werden 2013 auf den Markt kommen, betonte Krebs. "Die E-Mobilität bei VW wird 2013 eingeläutet mit E-Up und E-Golf." Ab 2014 werde VW verstärkt Plug-in-Hybride auf den Markt bringen, die in der Stadt elektrisch und auf weiten Strecken mit Benzin- oder Diesel-Antrieb fahren.
Konzentrieren will sich VW bei seiner Elektro-Strategie aber ganz auf Automobile. Pedelecs oder E-Bikes, wie sie beispielsweise Smart auf den Markt bringen will, plane VW nicht, so Krebs. "Ein Autohersteller ist nicht der geeignetste Hersteller von Elektrofahrrädern."
Sind die Absatzerwartungen wirklich machbar?
Bild: Renault, Fluence
Stuttgart, 04.04.2012
Renault ist mit dem Verkaufsstart seiner ersten, rein elektrisch angetriebenen Serienfahrzeuge in Deutschland anch eigenen Angaben sehr zufrieden. Aktuell verkauft Renault mehr als 300 Elektroautos monatlich, sagte der Vorstandschef von Renault Deutschland, Achim Schaible, am Dienstag bei der Vorstellung des auto motor und sport-Kongresses in der Messe Stuttgart. Der Deutschland-Chef rechnet gar mit bis zu 8.000 Verkäufen bis Jahresende.
Besonders gut verkauft sich demnach der E-Kangoo, der seit Ende 2011 in zwei Varianten angeboten wird. "Wir verkaufen derzeit 250 E-Kangoos pro Monat", so Schaible auf der iMobility-Pressekonferenz von auto motor und sport in Stuttgart. "Insbesondere Handwerker, die in der Regel nicht mehr als 100 km am Tag fahren, kaufen das Fahrzeug." Von der Limousine Fluence, die seit Februar angeboten wird, verkauft Renault aktuell 50 bis 80 Autos pro Monat, vornehmlich an Verwaltungen, Fuhrparks und Bürgermeister, so Schaible.
Einen kräftigen Anstieg der Verkaufszahlen erwartet Renault Deutschland vom einsitzigen Spaßmobil Twizy, das in den nächsten Tagen zum Preis von 6.990 Euro auf den Markt kommt. "Das Spaßauto wird sich gut verkaufen." Mit dem Twizy und dem Elektro-Kompaktwagen Zoe, der in der zweiten Jahreshälfte in Deutschland eingeführt wird, will Renault zum größten E-Auto-Verkäufer aufsteigen. "Wir rechnen damit, dass wir von allen vier E-Modellen zusammen 8.000 Fahrzeuge in diesem Jahr in Deutschland verkaufen werden." Damit läge Renault vor allen anderen Herstellern.
Ob Renault wie in Israel und Dänemark ein Akku-Wechsel-System einführen wird, um auch lange Strecken durch Austausch der Batterie zu ermöglichen, ließ Schaible offen. Derzeit werde jedoch überlegt, in einem der Schaufensterprojekte im Rahmem der Nationalen Elektrostrategie ein Wechselprojekt auf der Strecke zwischen Dänemark, Hamburg und Berlin zu erproben.
emobility-web meint: Renault ist einer der Vorreiter im Bereich der Serienproduktion von Elektrofahrzeugen und hat bereits eine ganze Fahrzeugpalette im Angebot. Diese mit Leistungsdaten und vor allem Preisen, die durchaus Maßstäbe setzen können. Das ist sehr gut. Ob sich die genannten Absatzzahlen bis hin zu der aufgeführten Planstückzahl von 8.000 (!) Fahrzeugen für 2012 allerdings halten lassen, hinterfragen wir angesicht der aktuellen Zulassungszahlen für Elektroautos in Deutschland insgesamt schon noch - mit positiver und wohlgemeinter Skepsis.
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